Herbstausfahrt Porsche 914 Lago Maggiore (Italien) 01.-03. Oktober 2010
Planung / Ausrichtung des 2.Treffens in Ghiffa: Catja und Heijo
Anzahl der Fahrzeuge aus der Schweiz und Deutschland: 19
Wir nahmen uns die Zeit und reisten schon 2 Tage früher zum Lago Maggiore. Unsere Fahrt führte über den St. Gotthard nicht durch den elendig langen Gotthard-Tunnel. Wir nahmen die Landstraße und zwar über den Pass die ganz alte, noch gepflasterte Gotthard-Straße. Wobei man anmerken muss, dass diese Straße in besserem Zustand war, als manch „neuere“ Straße bei uns….! Es war eine traumhafte Strecke. Es musste kurz zuvor noch geschneit haben, am Pass lagen noch Schneeverwehungen und uns bot sich ein herrliches Bild. Die Fahrt ging weiter Richtung Lugano und an der Westküste entlang bis Ghiffa. Dank der Wegbeschreibung von Catja fanden wir das Park-Hotel Paradiso ohne Probleme. Es lag oberhalb des Sees und eine nur sehr schmale Straße (Gegenverkehr nahezu unmöglich) führte uns zu diesem Hotel. Es handelte sich urspr. um eine Jugendstil Villa von Anfang 1900 in ruhiger Lage mit großem Park, Schwimmbad und natürlich einem ausreichend großen Parkplatz für alle anreisenden 914er. Wir waren die ersten und noch einzigen Gäste und bezogen unser Zimmer mit einem riesigen Balkon von dem man einen Traumblick über den Lago Maggiore genießen konnte.
Später trafen wir die „Schneemänner“, Ronald und Brigitte Schneemann aus Essen, die mit Ihrem Wohnmobil und dem 914er im Anhang angereist waren und am Haus bei Heijo ihren Standplatz gefunden hatten. Wir nutzten die 2 Tage vor dem eigentlichen Treffen und machten Touren in die Berge, wobei die 914er bei herrlichen Serpentinen-Fahrten und teils sehr engen Spitzkehren ordentlich gefordert wurden (manche Alpenpässe sind nichts dagegen). Und auch die Schilder „Kühe überqueren die Fahrbahn“ machten Sinn…. Wir haben schon jetzt wunderschöne Eindrücke vom Lago Maggiore und der umliegenden Bergwelt genossen. Am Freitagabend nahmen Catja und Heijo die peu à peu ankommenden Teilnehmer des Treffens in Empfang. Es gab freudige Begrüßungen - Und natürlich erste Benzingespräche.
Nach einem Begrüßungsschluck im Hotel ging es gegen 19.00 Uhr zu Fuß in einen typischen Dorfgasthof zum „Giro di Pizza“, was nichts anderes heißt als „Pizza-Essen bis zum Abwinken“…….! Am Samstagmorgen nach einem Superfrühstück auf der Terrasse hieß es dann von Heijo: „Aufsitzen“ zur ersten Ausfahrt. Die Ausfahrt ging Richtung Norden und zum Schweizer Teil des Lago Maggiore. Hierbei konnten wir wieder herrliche und manchmal auch recht spektakuläre Straßen und wahnsinnige Schluchten genießen und bewundern. Wir durchfuhren das Valle Cannobino und das Valle Vigezzo.
In Re nahmen wir im Hotel Casa Barbieri, ein Haus im Stil der 20er Jahre, unser (vorab ausgewähltes) leckeres Mittagessen ein. Der Ort Re ist bekannt für die gewaltige Basilika und Wallfahrtskirche „Madonna del Sangue“, die an ein Wunder aus dem 15. Jahrhundert, bei der nach einem Steinwurf aus einer Freske mit der Madonna 20 Tage lang blutige Tränen geflossen sein sollen, erinnern. Anschließend ging es weiter in das besonders schöne Centovalli, was soviel bedeutet wie „100 Täler“.
Ein besonderer Anziehungspunkt ist die Centovallibahn, eine einzigartige binationale Schmalspurbahn mit unvergleichlicher Streckenführung über alte, z.T. sehr hohe Brücken , durch viele Tunnel und von Locarno hinauf ins Centovalli auf 800 m Höhe. Für die Kaffeepause hatten Catja und Heijo ein landestypisches Grotto in einem kleinen Örtchen ausgewählt und ein Teil von uns ließ sich - wie in südlichen Gefilden üblich - an kleinen Tischen vor dem Haus den Dattelkuchen schmecken, mmhh.
Am Nachmittag fuhren wir dann zum Flughafen Locarno, wo wir an einem bereits vorabgebuchten Hubschrauberflug teilnehmen wollten. Wir haben noch nie in einem Hubschrauber gesessen, geschweige denn sind mit einem geflogen. Ich hatte schon ein wenig Angst und beim Einsteigen auch weiche Knie (hoffentlich wird mir nicht schlecht!). Und dann waren wir an der Reihe…. Ich muss sagen, der Pilot hat es super gemacht und ist sehr gefühlvoll aufgestiegen und geflogen. Er überquerte die berühmte, 220 m hohe Verzasca-Staumauer, von der sich James Bond im Film Golden Eye hinunterstürzte. Die Sicht auf Bergdörfer, den Lago Maggiore, Ascona und, und …. Beeindruckend! Wir haben diese unbeschreibliche Aussicht einfach nur genossen (auch wenn es leider vom Wetter nicht ganz so klar war). Es war einfach ein Supererlebnis. Anschließend ging es über die östliche Seestraße zur Fähre Laveno Verbania zurück nach Ghiffa.
Das Abendessen steht an. Und wie Heijo sagte: Wir sind nicht zum Vergnügen hier ;-)))
„Pasta Festival in der Villa Gioiosa“ Die hausgemachten Pasta von Mama Lilliana -einfach ein Gedicht!! Nach verschiedenen kleinen Vorspeisen wurden 9 verschiedene Gänge Pasta serviert, mmhh… und alle sooo lecker. Etwas ganz besonderes waren die in der Tinte des Tintenfisches gegarten Nudeln ganz schwarz und mit den zartrosa Garnelen und den roten Cocktailtomaten auch etwas schönes für‘s Auge. Zum Abschluss gab es ein Krokant-Sorbet zum dahin schmelzen. Am Sonntagmorgen durften wir ausschlafen und in Ruhe ausgiebig frühstücken (soweit der Magen es schon wieder zuließ). Im Anschluss fuhren wir zum Kloster Santuario SS Trinitia (UNSESCO Weltkulturerbe), einem zentralen Heiligtum mit 3 Kapellen und einem langen Laubengang mit den plastischen Bildern des Kreuzweges. Dieser wunderschöne Ort liegt oberhalb von Ghiffa, 370 m über dem Lago Maggiore in einem Naturschutzpark. Nach einer Führung durch den Pfarrer gab es eine ganz besondere Überraschung! Nach einem gemeinsamen Gebet segnete der Pfarrer jedes einzelne Auto und dessen Besatzung. Dabei übergab er uns einen Schlüsselanhänger nein, nicht mit dem hl. Chistophorus, sondern mit einem Emblem des Porscherus und einer Gravur mit Datum dieses Treffens. Diese Überraschung war wirklich gelungen!!!
Wir besuchten noch eine in der Nähe befindlichen Imkerei, zu der die Imker der Region Ihre Waben zum Honigschleudern bringen. Bei einer kurzen Führung lernten wir hier einiges über die Arbeit und Herstellung des Honigs. Klar, dass wir nach einer Verkostung von reinem Akazien- und Kastanien-Honig auch ein paar Gläser für zu Hause mitnahmen. (Akazienhonig zu gebrochenem Parmesan einfach ein Gedicht!) In der Klosterstube wurden dann noch regionale Köstlichkeiten gereicht, bevor die allgemeine Abreise der Teilnehmer anstand. Leider konnten wir hieran aus Zeitgründen nicht mehr teilnehmen und mussten uns so langsam auf den Heimweg machen. Schweren Herzens verabschiedeten wir uns von den anderen Teilnehmern, der wunderschönen Landschaft und vom Lago….
Wir bedanken uns ganz herzlich bei Heijo und vor allem bei Catja für dieses von A Z perfekt organisierte 914er-Treffen mit sehr netten Leuten / bekannten und neuen Gesichtern, die wir vielleicht auch ein anderes Mal wiedersehen. Das erlebnisreiche Wochenende wird uns in schöner Erinnerung bleiben!
Klaus und Irmgard Pietsch








