Restaurationsbericht Denis Kunze
( Die Zeitschrift Porschefahrer berichtet in Ihrer Special-Ausgabe "Cabrio" über die Restauration des 914-6 von Denis Kunze.)
Eigentlich wollte ich ja nur meinen Motor abdichten. Das Fahrzeug stand ja wirklich noch toll da.
Aber ich hatte mittlerweile schon an die 12 Fahrzeuge des Typs 914/4 oder auch mal einen 914/6 für meine Clubkollegen und Freunde restauriert. Alle tip-top mit allem "pi-pa-po". Nun, ich hatte meinen 914er auf ein Drehgestell gespannt um zu sehen, wie der Unterboden aussah. Erstmal habe ich mir einen Heissdampfstrahler besorgt. Der Samstag nahte und ich legte los. Am Abend dann die Enttäuschung: überall kleine braune Stellen!
Hatte alles keinen Wert, es waren einfach zu Viele. Ich entschied mich dann für eine Vollrestauration. 3 Tage später war das Fahrzeug komplett bis auf die letzte Schraube zerlegt, alle Schrauben und Kleinteile zum Verzinken gebracht und die grösseren Sachen zum Strahlen und Beschichten. Aber da war ja noch die löchrige Karosse ... Ich räumte die Garage aus und kaufte mir ein mobiles Sandstrahlgerät und 500 kg Eisenerzschlacke und mutierte meine Garage zur riesigen Strahlkabine.10 Wochen später war alles blank und teilweise schon spritzverzinkt. Die Unterbodengruppe fertigte ich teilweise nach im Sitzschienenbereich und im vorderen Kofferaum. Die restliche Karosserie war noch gut, weil ich erst vor 10 Jahren neue Kotflügel und Seitenwände montiert habe. Die Seitenschweller sind bis heute noch im Originalzustand, ich habe sie nur zum Nachschauen vorne und hinten geöffnet. Nach den Schweißarbeiten verzinnte, grundierte und lackierte ich das Fahrzeug selbst bis auf die sichtbaren Stellen wie Hauben, Türen und Kotflügel. Die waren am Besten beim Lackierer aufgehoben (wegen dem Staub).
In der Zwischenzeit bekam ich alle Teile vom Verzinker und Beschichter zurück und konnte den Wagen wieder auf den Boden stellen. Ich montierte die gesamte Lenkung und alle Achsen, Bremsenteile sowie die Züge, so dass ich nicht mehr unter das Auto mußte. Danach: ab zum Lackierer. In der Zwischenzeit überholte ich den Motor und baute mir Wärmetauscher aus Edelstahl. Die Vergaser schickte ich nach Hamburg zum Buchsen lassen.
3 Wochen später war stand die Karosse wieder da, und ich konnte weitermachen: Innenaustattung einbauen, Teppich einkleben und Motor einbauen. Und siehe da, er sprang sofort an!
2 Wochen später war ich dann fertig und konnte es kaum erwarten, auf die erste Probefahrt (nachts um 2.00 Uhr) zu gehe .Wir wollten doch nach Silverstone zu den Engländern! Um 6.oo Uhr morgens gings dann los!
Bis Saverne sind wir gekommen. In Frankreich lief er nicht mehr richtig. Beim Einbau hatte sich wohl ein Fehler einsgschlichen. Jedes Mal wenn wir längere Zeit standen lief er dann wieder. Abends waren wir wieder per Transporter zu Hause. Am nächsten Tag fand ich den Fehler. Ich habe die Benzinpumpe zu hoch eingebaut. Diese hatte dadurch zu wenig Druck, um das Benzin vom Tank zu den Vergasern zu befördern. Ab nach unten mit Ihr. Von da an lief er wieder super!
Was sagt uns das?
Nie was erzwingen wollen, geht meistens in die Hose.
Es war jetzt mittlerweile September, das Bergrennen stand bevor, der erste wirkliche Test für mein Auto. Es ging echt gut. Jetzt macht das Fahren wieder richtig Spass!
Bilder unter www.Boxenstop-tuebingen.de
Nun die technischen Daten meines Fahrzeuges:
Ursprung 914 /4 2.0 Bj 1972
Gekauft 1994 aus erster Hand von einer Karosseriebaufirma in Karlsruhe
Umgebaut auf 914/6 2,7 l1995
Totalrestauration Februar bis September 2007
Umbaumassnahmen:
914/6 GT Versteifungen in ganzem Fahrzeug verbaut (Schweller,Hinterachsaufnahmen,Rahmen nach hinten,alle Dome verstärkt mit zusätzlichen Domstreben)
Querlenker versteift ,Hinterachsschwingen versteift,alles neu verbuchst mit Polyeruthan,
Vorne und hinten Bilstein Slalomdämpfer und hinten 11,5 mm Federn,Stabis vorne und hinten,
Bremsanlage Porsche 964 vorne Scheiben innenbelüftet und gelocht, hinten Hinterachsschwingen umgeschweisst auf Porsche 964 Bremssattel mit 911 Handbremsmechanik, innenliegende Trommelbremse und gelochte innenbelüftete Bremsscheiben, regulierbarer Bremsdruck mittels regelbarem Druckventil.
Gekürzer Schaltweg
Motor Block 3,0 Carrera mit 3.2 L Satz Kolben und Zylinder Köpfe 3,2l mit bearbeiteten Ein und Auslasskanälen Nockenwellen 964 Carrera,Vergaser Weber 40er mit 36 Einlauftrichter und grosser Bedüsung .K+N Luftfilter
Ölkühlanlage mit Thermostat und Führung der Edelstahlummantelten Schläuche wie Original 914/6 GT nur vorne selbstgebauter Ölkühlerkasten in Blech und halbrund ausgeschnittener Frontschürze.
Getriebe Original 914 2.0 l Seitenschaltung mit 914/6 Antriebswellen und 215 ER gezogene Kupplung
Auspuff wahlweise 911 RSR 70er rohre links und rechts aussen 96dB oder 914/6 GT Auspuff Nachbau mit 70er Rohren mittig geschlossen für Strasse und offen für Rallyes oder Bergrennen 92 dB zu und offen 118dB.
Edelstahlwärmetauscher 3 in 1 mit 70er Rohr weiterführend bis zum Auspuff selbst hergestellt und noch Aluminiumbeschichtet.
Karosserie gesandstrahlt und spritzverzinkt alles in Blech gefertigt keine Spoiler oder Verbreiterungen kein Spachtel alles Zinn und Lack.
Alle Schrauben neu oder neu gelb verzinkt Anbauteile am gesamten Fahrzeug gestrahlt verzinkt und pulverbeschichtet.
Farbe Porsche Polarsilber 92M
Alles lackiert (Kofferräume, Motorraum, Innenraum, Unterboden)
Interieur:
Alles bezogen mit schwarzem Leder und rotem Faden doppelt genäht,
Sitze in Schottenkaro und Teppichboden in weinrotem 356 Haargarnboucle in Leder eingefasst.
Instrumente vom 911 RS Bj 1973
Dach und Targabügel bezogen in weinrotem Sonnenland Verdeckstoff (911).
Batterie nach vorne gelegt ,Faltrad vorne, Feuerlöscher vorne ,Reifenfüllflasche wie beim 916
Gepäckträger und Cibies sind als Hingucker geblieben.
Felgen wahlweise 6JJ15 Fuchs poliert mit 205/ 60 WR 15 oder 7JJ15 poliert und weinrot abgesetzt mit 205/60WR15.
Verbrauch zwischen 10 und 20 Liter je nach Fahrweise.
O auf 100 in 5,3 SEC
Höchstgeschwindigkeit 280 nach Tacho aber lieber nicht fahren weil viel zu anstrengend!
Bis 250 fährt man sicher damit durchs Leben .
Das Fahrzeug wurde von mir selbst in 8 langen und harten Monaten umgebaut und restauriert. Jeden Tag ausser Sonntags (Künstlerpause).
Fremdarbeiten: Aussenlackierung Fa Hoffmann Pfinztal
Sattlerarbeiten Innenaustattung Fa.Vokker Remchingen
Danken will ich nur meiner Frau, die so viel Verständnis gar nicht aufbringen konnte, war es Verzweiflung oder Aufgabe,
Ich weiss es nicht. Doch jetzt weiss ich es, es war Liebe.
Ich kann nur sagen sie ist die beste Frau ,
Die sich so ein durchgeknallter wie ich es bin ,wünschen kann.
Übrigens ich bin immer noch mit Ihr verheiratet (20 jahre).
Alles Liebe und Gute Euer Berater Technik
Denis Kunze
Aus dem sonnigen Baden


















.jpg)
.jpg)



